Gesetzliche Krankenkasse

In der gesetzlichen Krankenversicherung wird zwischen freiwillig versicherten Personen (z.B. Selbständige, Arbeitnehmer mit monatl. Arbeitsentgeld ab einer bestimmten höhe) und
pflichtversicherten Personen unterschieden. Beide Gruppen können mittlerweile zwischen verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen wählen. Die Beiträge schwanken zwischen 1-2 Prozentpunkten, die Leistungen unterscheiden sich hingegen kaum voneinander. Ein Wechsel der Krankenkasse ist für Pflichtversicherte jeweils meist zum Jahresanfang (Kündigung meist bis zum 30.9.) möglich. Freiwillig Versicherte können zu jeder Zeit mit meist zweimonatiger Kündigungsfrist wechseln.

Private Krankenversicherung

Alle freiwillig Versicherten können eine private Krankenversicherung abschließen. Die Beiträge sind gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung nicht abhängig von der Einkommenshöhe, sondern von dem gewählten Tarif, vom Alter, vom Geschlecht und dem Gesundheitszustand bei Abschluß der Versicherung. Der Arbeitgeber trägt unter einigen Voraussetzungen die Hälfte des Beitrages (begrenzt durch die Durchschnittsbeitragsgrenze zur gesetzlichen Krankenkasse).  Eine beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen kennt die private Krankenversicherung nicht.

Empfehlung

1. Beitragssteigerungen im Alter
Die privaten Gesellschaften bilden für Sie Altersrückstellungen, die dazu beitragen sollen, daß die Versicherung im Alter bezahlbar bleibt. Diese Rückstellungen gehen Ihnen allerdings bei einem Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung verloren. Daher ist die Auswahl eines privaten Krankenversicherers eine Entscheidung, die mit größter Sorgfalt möglichst in jungen Jahren getroffen werden sollte.

2. Billigtarife
Achten Sie bei der Vielzahl der Tarife auf die Leistungen. Ein geringer Beitrag ist häufig mit der Begrenzung der Arztkosten, höheren Zuzahlungen im Zahnbereich und für Hilfsmittel, mit dem Ausschluß oder der Beschränkung von Psychotherapien und Heilpraktikerbehandlungen verbunden.

3. Selbstbeteiligung und Beitragsrückerstattung
Hohe Selbstbeteiligungen an den Krankheitskosten führen zwar zu niedrigeren Beiträgen, aber auch zu geringeren Altersrückstellungen sowie zu geringeren Beitragsrückerstattungen. Für Arbeitnehmer (Arbeitgeber trägt die Hälfte des Gesamtbeitrages) empfiehlt sich daher in der Regel eine geringere Selbstbeteiligung zumal die Beitragsrückerstattung in voller Höhe an den Arbeitnehmer ausgezahlt wird. Bei sog. Kompakttarifen bezieht sich die Selbstbeteiligung auf alle Leistungen (ambulant, Zahn, Stationär). Bei Normaltarifen wird in der Regel nur eine Selbstbeteiligung für den ambulanten Tarif vereinbart.

4. Solide Versicherer
Achten sie auf ein solides Unternehmen. Es nutzt Ihnen wenig, wenn Sie derzeit einen niedrigen Beitrag zahlen, aber in fünf Jahren alle anderen überholen. Wählen Sie Unternehmen, die keine geschlossenen Tarife kennen: Auch als Bestandskunde (selbst als inzwischen erkrankter) sollten Ihnen grundsätzlich alle Tarife für einen Wechsel offenstehen.