Bei den kapitalbildenden Lebensversicherungen wird nur ein Teil des Beitrages für die Absicherung des Todesfallrisikos verwandt. Ein Großteil der Beiträge wird angelegt. Wenn die versicherte Person das Vertragsende erlebt, wird eine Kapitalzahlung geleistet.  Die Kapitallebensversicherung garantiert Ihnen eine gesetzlich vorgeschriebene Verzinsung Ihres Kapitals. Darüberhinaus werden Sie an den Überschüssen, die die Versicherung erwirtschaftet beteiligt. Sie können die Beiträge von der Steuer abgesetzen, sofern Sie Ihre Vorsorgeaufwendungen noch nicht ausgeschöpft haben.

Die fondsgebundene Lebensversicherung legt Ihr Geld und die erwirtschafteten Überschüsse in Investmentfonds an. Die Höhe der Ablaufleistung ist damit überwiegend von der Entwicklung des Fonds abhängig. Steuerlich sind die Beiträge für die Versicherung nicht anrechenbar.  Für Alleinstehende oder kranke Menschen, die keine Lebensversicherung abschließen können, ist die Rentenversicherung eine Alternative. Auch die Rentenversicherung kann mit Bindung an Investmentfonds abgeschlossen werden.

Da kein Todesfallrisiko mitversichert ist, ist die Rendite höher als bei einer Lebensversicherung. Die Sache hat jedoch einen Haken: Verstirbt die versicherte Person während der Vertragslaufzeit, werden in der Regel nur die Beiträge zurückgezahlt. Stirbt die versicherte Person kurz vor Vertragsende, geht für die Hinterblieben praktisch das gesamte angesparte Kapital verloren.

Empfehlung

1. Rendite
Nutzen Sie die kapitalbildenden Lebensversicherungen vor allem als Kapitalanlage. Die Rendite ist beachtlich, wenn Sie die Beiträge von der Steuer absetzen können (nur wenn Sie Ihre Vorsorgeaufwendungen noch nicht ausgeschöpft haben; keine fondsgebundenen Produkte) und/oder Ihre Freibeträge für Kapitalanlagen schon ausgeschöpft sind. Lassen Sie sich die Rendite bezogen auf Ihren Beitrag ausrechnen. Die üblichen Angaben zur Verzinsung der Sparanteile sind wenig hilfreich, da nichts über das Verhältnis von Sparanteil zu Gesamtbeitrag ausgesagt wird.

2. Verlustrisiko
Bedenken Sie, daß Sie eine langfristige Kapitalanlage gewählt haben, aus der Sie in den ersten Jahren (Abschluß- und Verwaltungskosten) nur mit Verlust und steuerschädlich wieder aussteigen können. Ein Wechsel von einer Lebensversicherung in eine andere Lebensversicherung lohnt sich so gut wie nie.

3. Langfristige Sparform
Bei der Lebensversicherung gilt wie bei allen anderen Sparformen auch, je früher Sie anfangen zu sparen, umso mehr kommt am Ende heraus. Bereits mit kleineren Beiträgen läßt sich viel erreichen, wenn Sie durchhalten und nicht immer wieder von vorne anfangen. Unter diesem Aspekt ist eine Lebens-/Rentenversicherung interessant, da die Verträge später nicht so leicht “abgeräumt” werden, wie beispielsweise ein Sparbuch.

4. Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit
Wenn Sie auf die Ablaufleistung der Versicherung angewiesen sind, weil Sie zum Beispiel für die Altersvorsorge gedacht ist oder ein Darlehen tilgen soll, sollten Sie zusätzlich die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit in die Versicherung einschließen. Falls Sie während der Vertragslaufzeit berufsunfähig werden, zahlt die Versicherung dann Ihren Beitrag für die Lebensversicherung weiter.

5. Dynamik
Gerade bei langfristigen Verträgen sollten Sie eine Dyamik vereinbaren, um die zukünftige Geldentwertung auszugleichen. Die Dynamik bewirkt eine jährliche Erhöhung Ihrer Beiträge und damit auch der Versicherungsleistungen.

6. Direktversicherung
Arbeitnehmer (nicht öffentl. Dienst) können Lebens- und Rentenversicherungen auch als Direktversicherung mit Gehaltsumwandlung aus Sonderzahlungen abschließen. Diese Form wird staatlich durch Steuervorteile und die Befreiung von Sozialabgaben gefördert.